Bauanleitung

Bauanleitung: Trommel mit geklebtem Fell

In Nordafrika finden wir - ebenso wie im arabischen bis hin zum indischen Kulturkreis - eine Vielzahl von Trommelbauformen, bei denen die Felle nicht durch Kordel- oder Metallmechaniken jederzeit ge- und entspannt, sondern auf die unterschiedlichen Trommelkörper (Röhren/Kelche/Ringe/Fässer etc.) fest aufgeklebt werden. Der Nachteil, dass sie dadurch nicht nachgespannt werden können, fällt in den dort vorhandenen klimatischen Verhältnissen nicht so stark ins Gewicht wie in unseren mitteleuropäischen Breiten. Trotz dieses Mankos erfreuen sich diese Trommeln inzwischen auch bei uns einer wachsenden Beliebtheit. Der große Vorteil - sie lassen sich einfach, mit wenig Aufwand und preiswert herstellen - macht sie auch für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen attraktiv.

Was wir brauchen: Trommelkörper (z. B. Konservendosen, Papp- bzw. Plastik- oder Holzröhren oder -reifen), Felle (enthaarte Tierhäute) im Durchmesser 5 bis 6 cm größer als die Trommelkörper, Holzleim (Ponal o. ä.), Gummiringe (Einmachringe oder selbstgeknotete Ringe in entsprechenden Größen aus Gummiband)

Die Trommelkörper müssen am Rand in der Regel bearbeitet werden. Bei Konservendosen müssen scharfe Ecken, hervorstehende Metallsplitter usw. entfernt bzw. zurückgebogen oder gefeilt werden. Bei Plastik, Pappe oder Holz sollten stumpfe Ränder zu schmalen Kanten geraspelt, gefeilt und geschliffen werden.

Die Trommelfelle werden in Wasser eingeweicht (ca. 30 bis 40 Minuten) und dann mit Hilfe eines Gummirings über den Trommelkörper gespannt. Der Fellüberstand sollte an allen Seiten gleichmäßig groß sein. Der Gummiring wird dicht an den Rand (direkt unter die Trommelfläche) geschoben. Der Fellüberstand wird nach allen Seiten gleichmäßig glattgezogen und damit die Trommelfläche sauber gespannt.

Direkt unter den Gummiring wird auf den Trommelkörper nun ein dünner Streifen Holzleim (wasserlöslich!) aufgetragen. Dann wird mit einem weiteren Gummiring der Fellüberstand auf diese Leimspur gepresst. Je nach Fellstärke bringen wir jetzt noch weitere sehr straff gespannte Gummiringe auf dem Fellrand an. Sie dienen als Leimzwingen und müssen den Fellrand beim Trocknen und dem damit verbundenen Zusammenziehen der Tierhaut auf der von uns fixierten Stelle festhalten bis der Kleber gehärtet ist.

Bevor wir unser Werk für diesen Trocknungsprozess zur Ruhe legen, schneiden wir noch den Fellüberstand bis direkt an die Gummispannringe zurück und drücken den verbliebenen Fellrand gleichmäßig an die Trommelwand.

Am nächsten Tag entfernen wir die Gummibänder und können dann nach Belieben den geklebten Fellrand mit Textilbändern, Kordeln o. ä. zur Zierde überkleben oder auch einfach natur belassen.